Erfahrungsbericht

Hof Schützenkamp - Tag 2

Nach dem ersten Tag, der mit viel Regen begleitet wurde, fing der neue Tag mit einigen Sonnenstrahlen an. Also habe ich noch im Bett liegend ein paar Atemübungen gemacht und mich mit positiven Affirmationen ...

28.05.2026 10 Min. Lesezeit
Hof Schützenkamp - Tag 2
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Nach dem ersten Tag, der mit viel Regen begleitet wurde, fing der neue Tag mit einigen Sonnenstrahlen an. Also habe ich noch im Bett liegend ein paar Atemübungen gemacht und mich mit positiven Affirmationen gestärkt, ich war bereit für Tag 2! Ein kleinen Walk zur Feldkreuzung ca. 150 meter vor dem Hof und ein paar Yogaübungen in der Sonne gemacht, um beweglicher zu werden und die noch müden Muskeln zu aktivieren.

Währenddessen sind die Kinder inkl. Austauschkinder an mir vorbei zur Schule gefahren.

Morgenarbeit am Bauwagen und ein stärkendes Spätstück

Dann ab zur Küche / Treffpunkt, um mir die Aufgaben für den Tag zu holen. Auf dem Weg dahin haben mich erst die beiden Hütehunde auf der Kuh/Gansweide angebellt, als ich die Weide hinter mir gelassen habe, begrüßten (bellten) mich die Hütehunde aus dem Haus. Wie gesagt, ein Ritual, das erst am letzten Tag enden sollte.

Mein Auftrag für den Vormittag war: Weiter am Bauwagen arbeiten. Das passte gut! Ich war schnell wieder im Thema und entwickelte auch heute wieder Freude am Sägen und Schrauben. Gegen 11.30 Uhr wurde zum Spätstück gerufen, das heute deutlich ruhiger abläuft, da ja, wie schon oben erwähnt, die meisten Menschen des Hofes, in der Berufsschule, in der weiterführenden Schule oder für ihre Ausbildung unterwegs waren.

Das Spätstück bestand aus Brot und selbstgebackenen Quarkbrötchen, die super lecker waren. Als Belag dienten viele verschiedene selbstgemachte Marmeladen, wobei mir die Weihnachts-Kürbismarmelade direkt überzeugt hat. Des Weiteren gab es eine große Auswahl an Käse und Wurst, geräucherten Fisch und Matjes in Sahnesauce. Also sehr üppig.

Gemüseanbau auf dem Feld: Dicke Bohnen und Kohl säen

Danach bin ich mit Sebastian zu dem Gemüsefeld gegangen, denn die Aufgabe für den Nachmittag war, einmal Dicke Bohnen und den Bremer Scherr Kohl auszusäen.

Dazu hatte Sebastian die Feldbahnen bereits vorbereitet. Es wurden maschinell einige Bahnen gezogen, wo sich dann drei Erddämme bildeten. In diese Dämme wurden dann die dicken Bohnen gepflanzt, etwa alle 15 cm wurde eine ca. 5 cm in die Erde gedrückt. Das passierte auf einer Länge von ca. 60 Metern. In den Tälern zwischen den Dämmen hat Sebastian dann, mit einer kleinen handbetriebenen Sämaschine, Spinat ausgesät. Sebastian erzählte mir, dass sich Spinat und dicke Bohnen, in unmittelbarer Nähe, gut ergänzen und prächtig gedeihen.

Dann war noch der Bremer Scherr Kohl dran, der im Übrigen eine sehr alte Kohlsorte ist, die heute in den Läden nicht mehr zu finden ist. Dieser wurde als kleiner Steckling (Jungpflanze) neben dem vorher angesprochenen Feld gepflanzt. Auch dieses hatte Sebastian bereits vorbereitet und mit einem Grenzband kenntlich gemacht. Hier hieß es dann ebenfalls, dass alle 15cm einen Steckling in den Boden gesetzt werden musste. Dies geschah mit einer kleinen Ernteschüppe, mit der ich ein kleines Loch, in die Erde machte, um dort den Steckling einzusetzen.

Körperliche Grenzen und Regeneration auf dem Land

Das bedeutet ca. alle 50cm in die Hocke, drei Stecklinge in den Boden bringen, dann die Kiste mit den 150 Stecklingen nehmen, aufstehen, und 50cm weiter gehen, um die nächsten drei zu pflanzen. Auch hier war die Länge des Feldes ca. 60 Meter. Bei dieser Arbeit wuchs mein Respekt vor dieser Arbeit von Minute zu Minute. Es stellte sich als wirklich anstrengend heraus, wenn man, so wie ich, diese Arbeit nicht gewohnt ist.

Nach ca. 90 Minuten und der ersten Kiste habe ich die Segel gestrichen. Mein Rücken und meine Knie hatten genug. Habe das dem Sebastian mitgeteilt und er hatte absolutes Verständnis dafür. Die zweite Kiste konnte ich dann am nächsten Tag aussäen.

Dankenswerterweise, stellte mir dann Marie ihren Behandlungsraum (Heilpraktikerin) zur Verfügung, um ein paar Yoga und Dehnübungen zu machen, damit die Schmerzen nicht so schlimm werden. Das hat sehr gut funktioniert und brachte mir ein deutlich besseres Gefühl für den nächsten Tag, als es wohl gekommen wäre, wenn ich die zweite Kiste auch noch durchgezogen hätte. Ich muss halt auf mich und meinen Körper acht geben.

Die Tiere des Hofes und ein gemütlicher Abend

Nach meinen Übungen, wurden mir dann noch alle Tiere des Hofes gezeigt, vom Streichelzoo, mit einigen Hähnen, Hühnern, Truthähnen, Ziegen und Enten, dann die dreiköpfige Schweinefamilie und den Käfig mit Hasen, Kaninchen, weiteren Hühnern und Wachteln. Auf der Weide natürlich noch die rund 20 Stiere, Kühe und Kälber.

Anschließend war dann das Abendessen dran, bei dem ich erneut in der Vorbereitung helfen konnte. Heute stand Spagetthie Bolognese auf dem Plan. Also Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch schneiden. Leider waren die Nudeln am Ende zu weich für meinen Geschmack, die Bolo allerdings war lecker.

Danach habe ich mich noch eine Weile in der Sitzgruppe vor der Hofeinfahrt aufgehalten, um zu relaxen und meine Freundin anzurufen, um von dem Tag zu berichten. Es stellte sich heraus, dass an dieser Stelle für mich der beste Handyempfang war. Dabei ging die Sonne unter und es wurde schlagartig kühler. Also bin ich in mein Domizil um noch ein bisschen auf dem Bett liegend Youtube Videos zu gucken und irgendwann vor Müdigkeit einschlafen.

Die Nacht war deutlich besser, denn ich hatte mir inzwischen einen Eimer für meine nächtlichen Pinkelaktionen besorgt, um nicht den Wohnwagen verlassen zu müssen. Ein bisschen primitiv und gewöhnungsbedürftig, aber ich wollte und habe das Beste daraus gemacht. Der neue Tag kann kommen…

Unser Anspruch

Dieser Artikel soll Orientierung geben und bewusstere Entscheidungen rund um natürliches Wohlbefinden erleichtern. Er ersetzt keine persönliche medizinische Beratung.

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